Zwei Frauen sitzen in der S-Bahn. Ihre hellen Sommerblusen haben sie angezogen und machen sich einen schönen Tag. Das tun sie vermutlich nicht allzu häufig, was auch wieder sympathisch ist. Sie machen den Eindruck, als hätten sie für viel Freizeitstress nicht die Zeit übrig. Heute waren sie einkaufen. Sie haben sich etwas geleistet. Die gekaufte Bluse wird besprochen und ausgewertet. Ein bisschen euphorisiert sind sie, was dafür spricht, dass die Macht der Gewohnheit sie noch nicht abgestumpft hat.
„Nee, das hast du richtig gemacht, gut, dass du die gekauft hast.“
„Die könnte ich ja vielleicht zu dem blauen Rock anziehen“, schwingt ein wenig das schlechte Gewissen mit. So viel Geld.
„Die kannst du sogar zu Weihnachten anziehen. Da hast du schon mal was.“